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Heilig-Kreuz-kapelle

Heilig-Kreuz-Kapelle

Bauherr war die Familie des montfortschen Landschreibers Johannes Leuthold, dessen Familie um die Mitte des 16. Jahrhunderts das Schloss von den Montfortern erworben hatte.

1577/78 durch den damaligen Besitzer des Torschlosses, den Landschreiber Leuthold erbaut. In jüngster Zeit wiederentdeckt, ist sie zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu zählen. Bei der Restaurierung wurden nicht nur die Wandmalereien aus dem Entstehungsjahr 1578, die Datierung findet sich auf einem Band oberhalb eines Apsisfensters, entdeckt, sondern auch Teile des Bestandes des 18. Jahrhunderts wurden erhalten wie auch wenige der Wandtexte aus der Zeit als die Kapelle als Gefängnis diente. Daher früher die Drohung an ungezogene Kinder: „Wenn’d it brav bisch, kommsch ins Käppele!"

Erst seit der gelungenen Neugestaltung des Bärenplatzes ist die kleine Heilig-Kreuz-Kapelle am Torschloss wieder ins Blickfeld gerückt. Mit den renovierten Gebäuden in unmittelbarer Nachbarschaft sind Kapelle und vorgelagerter Arkadengang zu einem optischen Juwel im Herzen der Stadt geworden. Aber nicht ur da äußere Erscheinungsbild ist ein Gewinn. Wichtiger und wertvoller sind die freigelegten Fresken im Innern der restaurierten Kapelle, deren Schattendasein mit der teilweise demütigenden Nutzung nun ein Ende hat.

Standort Tettnang, Bärenplatz
Erbaut 1577/78
Verwendung Trauungen, Ausstellungen

Bei der Behandlung der Baugeschichte der Heilig-Kreuz-Kapelle muss parallel die Historie des Torschlosses mitbetrachtet werden, obwohl die Kapelle nicht integriert, sondern angebaut ist und zeitweise eine andere Entwicklung durchlaufen hat. Das Torschloss in Tettnang hat nie die Funktion eines Schlosses erfüllt. Der Ursprung des Gebäudes ist auf das Bedürfnis der Grafen von Montfort zurückzuführen, ihre Residenzstadt zu befestigen. Die Grundmauern des Torturms und das Gemäuer an der Nordostecke des Torschlosses stammen nachweisliche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und sind damit die einzigen Zeugnisse romanischer Bautätigkeit in der Stadt. 

Nach dem Übergang an Österreich 1780 plante die Stadt, wegen der Schulraumnot den Torturm als Schule zu benutzen, was zunächst von der Obrigkeit mit der Begründung verworfen wurde, dass man das Gebäude für Gefängnisse und als Wohnung des Kerkermeisters benötige. Schließlich wurden 1784 im Torschloss die Schulräume eingerichtet, die Kapelle aber als Gefängnis eingerichtet. 

Eine „Wiedergeburt“ erlebte die Kapelle um die letzte Jahrtausendewende. Nachdem man bei der Innenrenovierung des Torschlosses Ende der 1990er Jahre auf hochwertige Renaissance-Malereien gestoßen war und die Kapelle verborgene Schätze birgt. Heute wird die Kapelle auch gerne für Trauungen genutzt und im Torschloss befindet sich das Montfort-Museum, Elektronikmuseum und das Tourist-InfoBüro Tettnang.

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