Der Neujahrsempfang der Stadt Tettnang stand in diesem Jahr im Zeichen des gemeinsamen Blicks nach vorne – und eines bedeutenden personellen Übergangs. Rund 200 Gäste aus Bürgerschaft, Politik, Wirtschaft, Vereinen und Institutionen kamen im Rittersaal des Neuen Schlosses Tettnang zusammen, um das neue Jahr zu begrüßen und zugleich Abschied zu nehmen vom langjährigen Ersten Beigeordneten Gerd Schwarz.

Bürgermeisterin Regine Rist nutzte den Abend, um aktuelle Herausforderungen einzuordnen, Entwicklungen in der Stadt Tettnang aufzuzeigen und Mut für das kommende Jahr zu machen. Gleichzeitig würdigte sie das große Engagement vieler Menschen, die Tettnang tagtäglich mitgestalten und lebendig halten.
Rückblick und Ausblick: Tettnang als „Lichtstreifen am Horizont“

In ihrer Neujahrsansprache spannte die Bürgermeisterin den Bogen von weltpolitischen und gesellschaftlichen Unsicherheiten hin zur Situation vor Ort. Sie sprach offen über Sorgen, mahnte jedoch, den Blick nicht ausschließlich auf Krisen zu richten.
„Jede Wetterlage kennt auch Aufhellungen. Jeder Sturm legt sich wieder – wichtig ist, dass er keine Verwüstung hinterlässt“, so Regine Rist.
Tettnang bezeichnete sie dabei als „Lichtstreifen am Horizont“, getragen von Zusammenhalt, Dialog und gemeinsamer Verantwortung.
Demokratie stärken und Verantwortung übernehmen
Ein zentrales Thema des Abends war der Wert der Demokratie. Angesichts zunehmender Polarisierung erinnerte die Bürgermeisterin daran, wie wertvoll Mitbestimmung, Meinungsfreiheit und bürgerschaftliches Engagement sind.
Mit Blick auf anstehende Wahlen richtete sie einen klaren Appell an die Bürgerschaft:
„Wir leben in einer wunderbaren Demokratie. Dieses hohe Gut zu bewahren, liegt in unser aller Hand – auch, indem wir unser Wahlrecht nutzen und überlegt wählen.“
Engagement, Vereine und lebendige Gemeinschaft in Tettnang
Anhand zahlreicher Beispiele zeigte Regine Rist, wie vielfältig und lebendig das gesellschaftliche Leben in Tettnang ist: steigende Kinder- und Schülerzahlen, Schulen, Kitas, Musikschule und Bücherei, ein breites Kulturangebot sowie eine starke Vereinslandschaft.
Besonders hob sie das außergewöhnliche Engagement der mehr als 120 Vereine und ehrenamtlichen Initiativen hervor, die einen unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Miteinander und zur Lebensqualität in der Stadt leisten.
Zukunftsprojekte der Stadt Tettnang verantwortungsvoll gestalten
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den laufenden und geplanten Projekten der Stadt Tettnang. Dazu zählen unter anderem:
- die neue Sporthalle am Manzenberg,
- der Anschluss städtischer Gebäude an das Nahwärmenetz,
- Investitionen in Bildung, Betreuung und Infrastruktur,
- sowie der Erwerb des ehemaligen Avira-Gebäudes.
Dieser schafft langfristig dringend benötigte Räume für Verwaltung und Bildungsaufgaben und eröffnet neue Handlungsspielräume für die Stadtentwicklung.
Bürgermeisterin Regine Rist betonte, dass es sich dabei nicht um kurzfristige Prestigeprojekte handelt, sondern um notwendige Investitionen in die Zukunft Tettnangs. Angesichts der angespannten Haushaltslage würden Projekte klar priorisiert, zeitlich gestaffelt umgesetzt und unter dem Leitgedanken finanzieller Verantwortung realisiert.
Generationenwechsel im Rathaus Tettnang

Ein besonders bewegender Moment des Abends war der personelle Übergang in der Stadtverwaltung.
Mit Timo Jung wurde der neue Erste Beigeordnete offiziell begrüßt. Gleichzeitig verabschiedete sich Gerd Schwarz nach mehr als 16 Jahren im Dienst der Stadt Tettnang.
In seiner Abschiedsrede blickte Schwarz auf eine Zeit zurück, die von großen Investitionen in Bildung, Betreuung, Kultur und Ehrenamt ebenso geprägt war wie von gesellschaftlichen Herausforderungen – von der Flüchtlingskrise bis zur Coronapandemie.
Dankbar erinnerte er sich an die enge Zusammenarbeit mit Verwaltung, Gemeinderat, Ehrenamtlichen und Bürgerschaft.
„Alles hat seine Zeit. Nach vielen intensiven Jahren ist nun der richtige Moment gekommen, einen Generationenwechsel zu vollziehen: Schwarz geht – und es geht Jung weiter.“
Sein langjähriges Wirken wurde mit großem Dank und anhaltendem Applaus gewürdigt.
Musik, Magie und Begegnung zum Jahresauftakt


Musikalisch begleitet wurde der Neujahrsempfang der Stadt Tettnang von der städtischen Musikschule. Ein Bläserquintett eröffnete den Abend, Gesangs- und Klavierbeiträge setzten stimmungsvolle Akzente.
Für einen besonderen Höhepunkt sorgte Mentalmagier Andy Häussler, der das Publikum mit verblüffenden Effekten begeisterte.
Beim anschließenden Stehempfang nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu Gesprächen und Begegnungen – ein gelungener Abschluss eines Abends, der Zuversicht vermittelte und den Zusammenhalt in Tettnang spürbar machte.


