Die Ortschaft Langnau hat ein bedeutendes Zeichen ihrer Geschichte neu gestaltet: Ein neues Wappen macht die historischen Wurzeln des früheren Paulinerklosters sowie die Ereignisse des Bauernkriegs 1525 wieder sichtbar. Als Teilort von Langnau erhält auch Rappertsweiler verstärkt Aufmerksamkeit – denn gleich zwei herausragende Auszeichnungen würdigen seine zentrale Rolle in der deutschen Freiheits- und Demokratiegeschichte.

Die Ortschaft Langnau hat sich ein neues Wappen gegeben
Im Zuge der historischen Aufarbeitung der Ereignisse von 1525 rund um den Bauernkrieg im Argental und den Rappertsweiler Haufen entstand der Wunsch, das bislang nachweislich falsche Wappen der Ortschaft Langnau zu überarbeiten und stärker an die tatsächliche Ortsgeschichte anzulehnen. Der regional bekannte Heraldiker Gisbert Hoffmann entwickelte hierzu drei Alternativentwürfe. Der Ortschaftsrat Langnau entschied sich am 2. Dezember 2025 für den Vorschlag, der das Dreifachkreuz des Paulinerordens – als Verweis auf das Kloster Langnau – sowie das Andreaskreuz als Symbol des Bauernkriegs und Feldzeichen des Rappertsweiler Haufens aufgreift.
Mit dem neuen Wappen bringt Langnau künftig seine christlich-abendländische Tradition und die historische Verbindung zum einstigen Paulinerkloster ebenso zum Ausdruck wie den Bezug zum Rappertsweiler Haufen als Teil des Seehaufens.
Ein Ortsteil mit großer Geschichte: Rappertsweiler rückt in den Fokus
Die historische Bedeutung Langnaus zeigt sich auch im Blick auf seine Ortsteile – allen voran Rappertsweiler, das im Kontext des Bauernkriegs 1525 eine herausragende Rolle spielte. Durch zwei aktuelle Auszeichnungen wird Rappertsweiler nun auch auf nationaler Ebene sichtbar gewürdigt.
Rappertsweiler darf sich offiziell „Ort der Freiheitsrechte“ und „Ort der deutschen Demokratiegeschichte nennen.

Im Rahmen des 500-jährigen Gedenkens an den Bauernkrieg, den Rappertsweiler Haufen und dessen Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit wurde der Ortschaft am 1. Juni 2025 von der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ das Prädikat „Ort der deutschen Demokratiegeschichte“ verliehen.
Mit dieser Ehrung reiht sich Rappertsweiler in eine Reihe historisch bedeutender Orte ein – darunter das Hambacher Schloss und die Paulskirche in Frankfurt.
Weitere Informationen sind hier zu finden.
Die feierliche Enthüllung des Schildes „Ort der Freiheitsrechte“ erfolgte am 9. November 2025. Nachdem die Stadt Memmingen diesen Titel bereits trägt, erhob auch Rappertsweiler berechtigterweise Anspruch darauf – schließlich verfasste der Rappertsweiler Haufen seine eigenen zwölf Freiheitsartikel noch vor den Memminger Artikeln.

Das von Ulrike Bohner gestaltete und äußerst gelungene Schild zeigt den Blasenberg als historischen Versammlungsort des Jahres 1525 sowie die typische Bewaffnung der Bauern. Ergänzt wird es durch das Feldzeichen der Bauern und einen QR-Code, der direkt auf die Webseite der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ führt.


