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180 Jahre Freibad Ried


Wer heute das Freibad Ried besucht, denkt an Schwimmbahnen, Liegewiesen und unbeschwerte Sommertage. Das Freibad feiert in diesem Jahr sein 180-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das den Blick auf seine lange Geschichte lenkt. Seine Geschichte reicht weit vor die ersten Badegäste zurück.

Die Aufnahme zeigt die Badeanlage in ihrer früheren Zeit und erinnert an die lange Geschichte des Freibads.

Das Jubiläum „180 Jahre Freibad Ried“ führt zurück in eine Zeit, als sich am östlichen Rand Tettnangs noch eine ausgedehnte Weiherlandschaft befand. Nach der Trockenlegung des großen Riedweihers Ende des 18. Jahrhunderts blieb unter anderem ein kleiner Weiher erhalten – das sogenannte Bubarösele.

Seinen Namen verdankt der Weiher seiner damaligen Nutzung. Dort wurden Karpfensetzlinge gezüchtet, die im Volksmund als „Buben“ bezeichnet wurden. Gleichzeitig diente das Gewässer der sogenannten Wasserrösse. Dabei wurde geernteter Flachs im Wasser eingelegt, um ihn für die Weiterverarbeitung vorzubereiten.

Mit dem aufkommenden Interesse am Baden als Freizeitbeschäftigung entstand Mitte des 19. Jahrhunderts der Wunsch nach einem öffentlichen Badeplatz. Im Jahr 1846 wandte sich eine Tettnanger Bürgerinitiative an den Gemeinderat mit der Bitte um die Einrichtung eines öffentlichen Badeplatzes. Als geeignetster Ort galt das Bubarösele.

Die erste Badeordnung des Freibads Ried aus dem Jahr 1901. Sie regelte unter anderem die Badezeiten und den Badebetrieb.

Zunächst wurde das Bad von einer eigens gegründeten Badaktiengesellschaft betrieben. Ende des 19. Jahrhunderts ging die Anlage in städtischen Besitz über. In den folgenden Jahren wurde das Freibad ausgebaut und modernisiert. Eine elektrische Pumpe ersetzte das bisherige Wasserrad, die Anlage wurde erweitert und um einen Kinderspielplatz ergänzt. Mit der ersten Badeordnung aus dem Jahr 1901 erhielt der Badebetrieb einen verbindlichen Rahmen.

Das Freibad Ried am 8. August 1980: Zahlreiche Badegäste genießen einen Sommertag im Freibad.
„Das Freibad Ried ist weit mehr als eine Sport- und Freizeitanlage. Es gehört seit Generationen zu Tettnang und ist für viele Menschen mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden. Das 180-jährige Jubiläum zeigt eindrucksvoll, wie eng die Geschichte des Freibads mit der unserer Stadt verknüpft ist. Seit seiner Gründung hat das Freibad Ried nichts von seiner Bedeutung eingebüßt. Für unsere Kinder ist es nach wie vor von großer Bedeutung, dass sie hier schwimmen lernen können – eine Fähigkeit, die Sicherheit gibt und Leben retten kann. Darüber hinaus macht Schwimmen Spaß und fördert die Gesundheit von uns allen. So entstehen im Freibad Ried jeden Tag neue Erinnerungen. Damit wird das  Bad auch für kommende Generationen zu einem besonderen Ort“, sagt Bürgermeisterin Regine Rist.

Auch nach 180 Jahren hat das Freibad nichts von seiner Bedeutung verloren. Es ist ein Ort der Begegnung, der Bewegung und der Erholung – und damit ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Tettnang.

Quelle: Stadtarchiv Tettnang, Beitrag „Als das Tettnanger Freibad noch ein Fischweiher war“ von Patrick Wiesenbacher M.A.