Wochenlang kaum Niederschlag, trockene Böden und sommerliche Temperaturen – gleichzeitig steigt bei Wetterdiensten immer wieder die Aufmerksamkeit für mögliche lokale Unwetterlagen. Denn nach längeren Hitze- und Trockenphasen können heftige Regenfälle innerhalb kurzer Zeit besonders große Auswirkungen haben. Starkregen zählt inzwischen zu den Wetterereignissen, die auch in der Bodenseeregion zunehmend in den Fokus rücken.
Charakteristisch für Starkregen ist vor allem die kurze Dauer. Innerhalb weniger Stunden fällt teilweise so viel Regen, wie sonst über viele Tage verteilt zusammenkommt. Die Folgen zeigen sich häufig dort, wo man sie zunächst nicht erwartet. Nicht nur Flüsse und Bäche können überlastet sein. Auch abseits von Gewässern entstehen gefährliche Situationen – etwa in Senken, an Hängen oder in tieferliegenden Straßenzügen.
Sturzflut statt Sommerregen
Trifft so viel Regen auf trockene oder versiegelte Böden, kann er nicht schnell genug versickern. Das Wasser fließt oberirdisch ab und wird zu einer sogenannten Sturzflut – mit hoher Geschwindigkeit, erheblicher Kraft und jeder Menge Treibgut im Schlepptau. Dabei entstehen erhebliche Schäden an Häusern, Straßen und der Landschaft.
Starkregen lässt sich schwer vorhersagen. Meteorologen können weder Ort noch exakte Regenmengen punktgenau bestimmen. Während ein Ortsteil völlig trocken bleibt, kann es ein paar Kilometer weiter heftig regnen.
Gefahren frühzeitig erkennen
Die Stadt Tettnang setzt Schritt für Schritt die Vorgaben des Landes Baden-Württemberg zum Starkregenrisikomanagement um. Dabei werden mögliche Gefahren analysiert, Karten erstellt und geeignete Maßnahmen entwickelt, um Risiken durch Starkregen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu minimieren. Die sogenannten Starkregengefahrenkarten zeigen, wo sich Wasser bei starken Niederschlägen sammeln kann und welche Gebäude, Straßen oder Einrichtungen betroffen sein könnten. Sie bilden die Grundlage für die anschließende Risikoanalyse und die Entwicklung eines Handlungskonzeptes zur Risikominderung. Die Karten werden voraussichtlich Ende des Jahres verfügbar sein.
Vorsorge ist der beste Schutz
Weil Starkregen jede und jeden treffen kann, lohnt es sich, vorbereitet zu sein. Ein individueller Notfallplan hilft, im Ernstfall richtig zu handeln. Auch der Abschluss einer Elementarschadenversicherung ist empfehlenswert – denn nur sie deckt Schäden durch Überflutung ab, die bei Starkregen entstehen.
Informationen zur Vorsorge finden Sie hier.


