Das Nahwärmenetz in Tettnang wird weiter ausgebaut. Mit dem historischen Rathaus erreicht die neue Wärmeversorgung nun auch die Innenstadt. Am 14. Oktober 2026 kamen Bürgermeisterin Regine Rist, Stadtbaumeister Dietmar Kathan und Michael Hofmann, Geschäftsführer des Regionalwerks Bodensee, an der Baustelle vor dem Rathaus zusammen, um den Anschluss symbolisch vorzunehmen.
Seit dem Baubeginn im Juli 2025 wurden bereits mehrere öffentliche Gebäude an das Nahwärmenetz angebunden. Der Anschluss des Rathauses ist ein weiterer Schritt bei der Umstellung der städtischen Wärmeversorgung.
„Der heutige Tag hat für uns eine ganz besondere Bedeutung. Mit dem Anschluss des Rathauses wird sichtbar, was in den vergangenen 15 Monaten gemeinsam geschaffen wurde. Aus einer Idee der Bürgerschaft selbst bzw. aus dem Gemeinderat heraus ist eine funktionierende Wärmeversorgung geworden, die nun mitten im Herzen unserer Stadt ankommt“, sagt Michael Hofmann, Geschäftsführer des Regionalwerks Bodensee und der Wärmeversorgungsgesellschaft Tettnang.
Nahwärmeversorgung seit September in Betrieb
Die Nahwärmeversorgung Tettnang ist ein Gemeinschaftsprojekt der Wärmeversorgungsgesellschaft Tettnang mbH, an der das Regionalwerk Bodensee und ENGIE Deutschland beteiligt sind. ENGIE Deutschland hat die Errichtung der Heizzentrale und den Bau des Wärmenetzes organisiert. Das Regionalwerk Bodensee übernimmt den Betrieb der Anlagen und Leitungen sowie den Vertrieb und die Betreuung der Wärmekunden.
Nach dem Spatenstich im Juli 2025 folgte im Juni 2026 das Richtfest der Energiezentrale. Seit September wird Wärme über das neue Netz geliefert. Zu den bereits angeschlossenen Gebäuden gehören die Sporthalle am Manzenberg, die Carl-Gührer-Halle und das Gymnasium. Weitere öffentliche Einrichtungen auf dem Schulcampus Manzenberg und in der Innenstadt sollen schrittweise folgen.
„Die Zusammenarbeit mit ENGIE Deutschland und der Stadt Tettnang hat es ermöglicht, dieses anspruchsvolle Projekt in sehr kurzer Zeit umzusetzen. Jeder Meilenstein vom Spatenstich über das Richtfest bis zur ersten Wärmelieferung und nun zum Anschluss des Rathauses zeigt, was durch gemeinsames Handeln entstehen kann“, so Hofmann.
Schrittweise Umstellung der städtischen Wärmeversorgung
Mit dem Anschluss des historischen Rathauses setzt die Stadt Tettnang die Umstellung ihrer kommunalen Gebäude auf eine Wärmeversorgung mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien fort. Ziel ist es, den Einsatz fossiler Energieträger und die damit verbundenen CO₂-Emissionen zu reduzieren.

„Das Rathaus ist das Herz unserer Stadt. Dass es nun mit Nahwärme versorgt wird, hat deshalb eine besondere Symbolkraft. Gleichzeitig zeigt dieser Anschluss ganz konkret, wie wir unsere städtischen Gebäude Schritt für Schritt auf eine nachhaltige und zukunftsfähige Wärmeversorgung umstellen. Mit dem Nahwärmenetz haben Stadt und Gemeinderat frühzeitig die Weichen dafür gestellt, erneuerbare Energien stärker zu nutzen und den CO₂-Ausstoß unserer Gebäude dauerhaft zu reduzieren“, sagt Bürgermeisterin Regine Rist.
Der Leitungsbau in der Innenstadt erfordert eine enge Abstimmung mit der vorhandenen Infrastruktur. Bestehende Versorgungsleitungen, Straßen und Gebäude müssen bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt werden.
Auch Stadtbaumeister Dietmar Kathan verweist auf die baulichen Herausforderungen: „Der Bau eines Wärmenetzes mitten in einer gewachsenen Stadt ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Straßen, Leitungen, Gebäude und bestehende Infrastruktur müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Dass die Nahwärmeleitung nun bis zum Rathaus geführt werden konnte, ist ein sichtbares Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit.“
Weitere Anschlüsse geplant
Die Wärme für das Nahwärmenetz wird überwiegend durch zwei Biomasseheizkessel erzeugt, die mit Holzhackschnitzeln betrieben werden. Ein Pufferspeicher unterstützt die Versorgung bei erhöhtem Wärmebedarf. Zur Absicherung steht zusätzlich ein Gaskessel zur Verfügung.
Der Ausbau des Nahwärmenetzes wird fortgesetzt. Neben weiteren öffentlichen Einrichtungen ist perspektivisch auch die Anbindung privater Gebäude sowie von Wohn-, Gewerbe- und Industriegebieten vorgesehen.


